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Abschnittsübersicht
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Schülergarten
Mitten in der Plattenbausiedlung ist ein ganz besonderer Ort entstanden: unser Schülergarten.
Wer ihn besucht, ist überrascht, wie viel Ruhe, Grün und Leben sich hier verbirgt.Der Schülergarten ist kein fertiges Projekt, sondern ein Ort, der sich ständig verändert und weiterentwickelt – gemeinsam mit den Ideen unserer Schülerinnen und Schüler. Hier wird gebaut, gepflanzt, beobachtet, geforscht, diskutiert, entspannt und gestaltet. Viele Bereiche sind überhaupt erst entstanden, weil Kinder und Jugendliche eigene Vorschläge eingebracht haben.
Gleichzeitig eröffnet der Garten ganz unterschiedliche Räume: Orte für Gemeinschaft und gemeinsames Arbeiten, aber ebenso Rückzugsorte zum Durchatmen und Ruhefinden.
Zwischen den Bäumen hängen beispielsweise versteckte Hängematten. Es gibt ein „Grünes Klassenzimmer“ mit Sesseln, die ältere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit unserem Schulsozialarbeiter Herrn Lehmann gebaut haben. Die jüngeren Kinder haben sie anschließend zusammen mit Frau Heße farbig gestaltet.
Im vorderen Bereich des Gartens befindet sich eine gemütliche Grillecke mit zwei Feuerschalen und Sitzmöglichkeiten. Gleicht daneben wächst eine Kräuterspirale, damit frische Kräuter direkt genutzt werden können. Dort entsteht aktuell außerdem eine kleine Gartenbar.
Natürlich wird im Schülergarten auch angebaut und geforscht. Neben klassischen Hochbeeten für Gemüse gibt es ein Beet mit Färberpflanzen, das derzeit durch die 7.Klasse im Rahmen eines Forschungsauftrages genutzt wird.
Eine Naschhecke mit verschiedenen Beerensträuchern wächst heran, dazu kommen einige große Mirabellen- und Kirschpflaumenbäume.
Ein kleiner Teich, Totholzhaufen und eine Benjeshecke bieten Lebensräume für Tiere und eröffnen viele Möglichkeiten zur Naturbeobachtung. Überall summt, flattert und wächst etwas.
Und der Garten wächst weiter:
Im hinteren Bereich soll eine kleine Werkstatt entstehen, in der gebaut, repariert und experimentiert werden kann. Im „Wäldchen“ wird demnächst ein Barfußpfad angelegt.Außerdem haben wir eine große dreieckige Badewanne gespendet bekommen. Noch sammeln wir Ideen, was daraus werden könnte. Vielleicht entsteht daraus am Ende tatsächlich ein kleines Erfrischungsbecken für heiße Sommertage.
Lernen im Schülergarten
Der Schülergarten schafft unzählige Lernanlässe – und genau darin liegt seine besondere Stärke: Lernen entsteht hier ganz natürlich.
Fächergrenzen verschwimmen dabei oft ganz automatisch. Wenn Schülerinnen und Schüler beobachten, warum bestimmte Pflanzen an sonnigen Orten besser wachsen als andere, spielen plötzlich Biologie, Geografie und Physik gleichzeitig eine Rolle. Wenn Wasser aus den IBC-Containern ohne Pumpe in die Beete fließt, entstehen Fragen zu Druck, Höhenunterschieden und nachhaltiger Wassernutzung. Wenn unterschiedliche Temperaturen im Garten gemessen werden, geht es gleichzeitig um Klima, Stadtplanung, Versiegelung und die Bedeutung von Grünflächen.
Der Garten macht Zusammenhänge sichtbar und erfahrbar.
Hier können Lebensräume untersucht, heimische Tiere beobachtet, Pflanzen bestimmt oder ökologische Kreisläufe verstanden werden. Gleichzeitig entstehen ganz praktische Fragen: Welche Materialien speichern Wärme? Wie funktioniert ein Solarpanel für die Teichbelüftung? Warum fühlen sich begrünte Orte oft kühler an als versiegelte Flächen?
Der Schülergarten verbindet Naturerfahrungen mit handlungsorientiertem Lernen, nachhaltigem Denken und echter Mitgestaltung. Er ist Werkstatt, Forschungsraum, Treffpunkt, Rückzugsort und Lernort zugleich.
Und wahrscheinlich wird er nie „fertig“ sein – weil immer neue Ideen dazukommen.
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Bienen für den SchülerGarten
06:00 Uhr: Es regnet, es regnet nicht.
08:00: Es regnet, aber es wird schon nicht stärker.
08:30: Okay, es wird stärker. Geht das überhaupt? Und das war jetzt definitiv ein Donner.
Die Gewitterpause nutzen Jakob, Felix und Jeremy um mit Max im warmen Betreuungsraum eine Theoriestunde zum Thema Bienen einzulegen. Draußen ist es dunkel und Weltuntergangsstimmung.
Den Tag bestimmt der Tanz zwischen dem Regen und unserem Wunsch, die Fundamente für den Bienenturm zu gießen.
Ab einem bestimmten Punkt spielt die Nässe eh keine Rolle mehr; trotz Regenponchos sind wir komplett nass. Aber wir schaffen es und vierzehn Tage später können wir die Früchte unserer Anstrengungen und Hartnäckigkeit ernten:
Bei strahlendem Sonnenschein bringen Devin, Fabian, Jakob und Emil das Holz zur Baustelle. Die Bohrungen in den Rundhölzern erlauben das Aufstecken auf die Fundamenteisen. Der Turm verjüngt sich wie ein Strommast und bekommt dadurch zusätzlichen Halt. Die Streben werden verschraubt und dann mit Bolzen gesichert. Auf drei Metern Höhe entsteht das Podest für die Habitatbeute – der Bienenstock = das Zuhause der Bienen. Alle blanken Holzteile werden noch einmal lasiert. In weniger als sechs Stunden steht unser Turm und glänzt in der Nachmittagssonne.
Die Bienen erwartet bei ihrer Ankunft der erste frische Herbstwind. Gemeinsam mit Vincent (8 Jahre) wird die Transportkiste nach oben befördert und am zukünftigen Standort der Habitatbeute aufgestellt. Die Bienen müssen die Orientierung wiederfinden und sich einfliegen. Dann können sie in ihr Winterquartier einziehen.
Wir hingegen müssen noch einen Namen für unser Bienenvolk finden. In der Keramikwerkstatt haben wir dann bestimmt Zeit, eine Plakette für den Turm zu kreieren.
Es waren drei wunderbare, intensive Aktionen, die den Beteiligten sicher lange in Erinnerung bleiben werden. Für uns ist dies der Beginn eines langfristigen Projektes, das den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen noch viele Begegnungen mit der Natur ermöglichen soll.
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Neue Sitzgelegenheiten
Im Schülergarten wird wieder fleißig gebaut. Diesmal: Sitzmöbel.
Herr Lehmann hat alte Autoreifen von einem Schrotthändler organisiert und baut gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen Sessel und Bänke. Da freuen wir uns auf gutes Wetter, um die demnächst im Schülergarten auszuprobieren.


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