Unsere pädagogischen Leitlinien
Kinder brauchen Grenzen.
Die
Bedürfnisse des Einzelnen und das Sich-Bewegen innerhalb einer Gemeinschaft
eröffnen ein Spannungsfeld, dem sich jedes Kind spätestens mit Eintritt in das
Schulleben stellen muss.
Leben und Lernen in der Schule verlangen von den Kindern tagtäglich, die eigenen Bedürfnisse – und damit sich selbst – zu relativieren und zugunsten
des respekt- und verständnisvollen Umgangs miteinander ein Stück weit zurück-zunehmen.
Sie müssen sich in verschieden große Gruppen (die eigene Klasse, die Klassenstufe
und die Gesamtschülerschaft) einpassen.
Heutige
Kinder entwickeln sich in der Regel freier und selbstbewusster als es noch in
der Elterngeneration gängig war. Sie erfahren, dass ihnen zugehört und auf ihre
Bedürfnisse eingegangen wird. Mehr denn je sind sie sich ihrer Rechte bewusst
und fordern diese ein. Im Umkehrschluss fällt es ihnen heute schwerer, Enttäuschungen auszuhalten. Es
bereitet vielen Kindern auch Schwierigkeiten, Bedürfnisse aufzuschieben.
Allein: Das Recht des Individuums
erfährt dort seine Grenzen, wo es die Rechte eines anderen Individuums verletzt (GG Artikel 2, Absatz 1).
Dieser
Leitsatz zeitigt folgende Konsequenz für das Leben und Lernen an unserer
Schule:
Die Klassenlehrer*innen erarbeiten beispielsweise
die Klassenregeln mit den Kindern zusammen. Die Kinder akzeptieren die im Team
selbst aufgestellten Regeln viel leichter. Vor allem aber sind diese Regeln für
sie verständlich und bindend.
Für uns Lehrer bedeutet
dies: Jeder Einzelne muss beständig innerhalb dieser Regelungen
situationsgebunden die Auseinandersetzung zwischen Grenzziehung und
Grenzüberschreitung mit sich und Blick auf die Kinder verhandeln.
In unserem komplexen Beziehungsgefüge zu den
Kindern, das sich aufspannt zwischen Nähe und Distanz, Forderung und
Entspannung, Autorität und Partnerschaft sowie Grenzsetzung und Freiheit, versuchen wir mit allen uns zu Gebote stehenden Erfahrungen und
Sachverstand, ausgewogen auf die sich uns darbietende Situation und die
involvierten Kinder zu reagieren.