Unser denkmalgeschütztes Schulgebäude

Unser Schulgebäude ist ein Kulturdenkmal. Es atmet ein ganz spezielles Flair. Stilistisch zählt unsere Rothenseer Schule zu den charakteristischen Repräsentanten des Neuen Bauens, das sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Mitte der 30er Jahre hinein etablierte, und eng verbunden ist mit den großen Namen internationaler Architektur wie Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe, Mart Stam, Alvar Aalto – und Walter Gropius, dem Gründer des Bauhauses.
Magdeburg erlebte im Zuge der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts eine neue Blüte, in deren Schatten Städtebau eilends neu gedacht werden musste: Diverse Eingemeindungen – so 1908 auch Rothensee –, Landflucht und systemische Veränderungen in der Arbeitswelt führten zu einer stetig wachsenden Einwohnerzahl und erforderten einen rasanten Wohnungsbau und damit einhergehend auch entsprechende Zweckbauten wie Schulen.
Unter der Ägide des damaligen Oberbürgermeisters Hermann Beims avancierte Magdeburg in jener hastigen und pulsierenden Zeit zum Hotspot moderner städtebaulicher Aktivität. In Zusammenarbeit mit seinem Baustadtrat Bruno Taut entstanden in nur wenigen Jahren beispielsweise die Beimssiedlung, die Gartenstadt-Kolonie Reform, die Angersiedlung im Stadtteil Brückfeld sowie die Magdeburger Stadthalle und – als Tauts einziges Magdeburger Einzelbauwerk – 1922 die Halle „Stadt und Land“, die heutige Hermann-Gieseler-Halle. Bruno Taut scharte zur Verwirklichung der umfangreichen Bauvorhaben eine Gruppe gleichgesinnter junger Architekten um sich, zu denen auch der Erbauer unserer Rothenseer Schule, Johannes Göderitz, zählte.
Bruno Taut rief Ende 1919 die Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“ ins Leben, der auch Walter Gropius angehörte und in der unter Gleichgesinnten die sozialen Aspekte des Neuen Bauens diskutiert wurden.
Walter Gropius konstatierte bereits 1913 grob die in der Gläsernen Kette verhandelten Prinzipien der Neuen Sachlichkeit: „Die neue Zeit fordert den eigenen Sinn. Exakt geprägte Form, jeder Zufälligkeit bar, klare Kontraste, ordnende Glieder, Reihung gleicher Teile und Einheit von Form und Farbe werden entsprechend der Energie und Ökonomie unseres öffentlichen Lebens das ästhetische Rüstzeug des modernen Baukünstlers werden.“ (1913)
An unserer Schule lässt sich nun der Kanon der Neuen Sachlichkeit exemplarisch ablesen: 1925|26 wurde der funktionsgerechte Bau mit dem damals modernen Baumaterial Backstein unter jeglichem Verzicht auf rein dekorative Elemente errichtet. Unser Schulgebäude präsentiert dem Betrachter reduzierte kubische Formen, die durch ihre konsequent schnörkellose Gestaltung fast asketisch anmuten. Diese Ökonomie des Stils macht unsere Schule zu einer zeitlosen Schönheit.
Beim genaueren Hinschauen können noch heute die typisierten, sich wiederholenden architektonischen Grundbausteine, die ehedem aus jeweils zwei Klassenzimmern und einem mittig zugeordneten Garderobenraum bestanden, klar differenziert werden. Der Versatz von Grundbausteinen entlang der Fluchtlinie führt zu den typischen baulichen Auskragungen der Neuen Sachlichkeit und baut ein ästhetisches Spannungsfeld auf.
Im Inneren lassen sich die einst ineinandergeschobenen Raumvolumina noch erahnen, die für eine effiziente multifunktionale Nutzung konzipiert wurden.
Die sachlich-schlichte Innenausstattung wird gebrochen durch zweckmäßige, schmückende Komponenten wie die im Bauhaus-Stil gehaltenen Wandthermometer, die die Strenge auflockern und zugleich einen großen praktischen Nutzen mitbringen. Kein einziges Detail wurde um seiner selbst willen in den Bau implementiert. Jedes einzelne dekorative Element hat immer auch einen pragmatischen Aspekt und ist „zu gebrauchen“.

Das, was unsere Schule jedoch wirklich einzigartig macht, sind unsere „grünen Klassenzimmer“, die allesamt auf der Westseite unseres Schulgebäudes liegen. Wir profitieren noch heute von der sozialen Verantwortung, die die Protagonisten des Neuen Bauens stets mitdachten: Sie setzten viel Sonne, Luft und Licht gegen feuchte und dunkle Mietskasernen, überaus beengte Räumlichkeiten und schmutzig-graue Hinterhöfe.
Mit nur einem Schritt durch die Garderobentür finden sich unsere Schüler in einem sonnendurchfluteten, luftigen Raum wieder, dessen grüne Wände von lichten Hainbuchenhecken gebildet werden und in dem es unzählige Möglichkeiten gibt, direkt in der Natur und ungefiltert von der Natur lernen zu können.
Das, was unsere Schule jedoch wirklich einzigartig macht, sind unsere „grünen Klassenzimmer“, die allesamt auf der Westseite unseres Schulgebäudes liegen. Wir profitieren noch heute von der sozialen Verantwortung, die die Protagonisten des Neuen Bauens stets mitdachten: Sie setzten viel Sonne, Luft und Licht gegen feuchte und dunkle Mietskasernen, überaus beengte Räumlichkeiten und schmutzig-graue Hinterhöfe.
Mit nur einem Schritt durch die Garderobentür finden sich unsere Schüler in einem sonnendurchfluteten, luftigen Raum wieder, dessen grüne Wände von lichten Hainbuchenhecken gebildet werden und in dem es unzählige Möglichkeiten gibt, direkt in der Natur und ungefiltert von der Natur lernen zu können.

Der alte Geist des Neuen Bauens mit seinem liebevollen Pragmatismus, dem Hang zu funktional-reduzierter Ästhetik sowie tiefempfundener sozialer Verantwortung prägt unser gesamtes schulisches Leben.
Es ist die Konzentration auf das Wesentliche und die unmittelbare Verbindung tradierter Werte mit urbaner Modernität, die unserer Schule ihr ganz eigenes Profil verleihen.
Schule, Schüler, Elternschaft und Lehrkörper atmen denselben Geist und sind unmittelbar miteinander verwoben. So kämpften die Rothenseer Bürger für den Erhalt der Schule und beteiligten sich einst überdies mit Geldsammlungen ganz unmittelbar an der Finanzierung unserer heute architektonisch überregional bekannten Gartenschule.
Unsere Schüler lernen an einem besonderen Ort. Sie sind sich dessen sehr wohl bewusst und genießen die mit diesem Ort verbundenen Privilegien. Im täglichen Erleben der spezifischen Atmosphäre entwickeln sie zugleich eine hohe Sensibilität und Verantwortungsgefühl für den Erhalt ihrer Schule.
Wir erfüllen unsere Schule mit Leben und die Schule erfüllt unser Leben.