1. Grundprinzipien

Technisch

Tastaturbedienbarkeit
  • Alle Inhalte und Aktionen müssen ohne Maus erreichbar und auslösbar sein.
  • Bei Eingabefeldern muss die Reihenfolge, in der die Felder angesteuert werden, korrekt sein.
  • Nutzende müssen jederzeit einen Schritt zurückgehen oder die Aktion abbrechen können.
Sichtbarer Fokus
  • Beim Tabben muss klar erkennbar sein, welcher Bereich bzw. welche Schaltfläche gerade ausgewählt ist.
  • Der Fokus muss sich ausreichend vom ausgewählten Objekt abheben. Prüfen Sie die Farbeinstellungen des Moodle-Kurses.
Semantik statt Optik
  • Nutzen Sie Formatvorlagen und Bootstrap-Klassen, um Objekte und Schaltflächen korrekt als solche auszuzeichnen: Buttons als echte Buttons, Überschriften als Überschriften, Listen als Listen.
  • Achten Sie auf eine konsistente Auszeichnung von Überschriften (h1, h2, h3, … ), überspringen Sie keine Ebenen.
Skalierung
  • Texte und Bedienelemente müssen bei Zoom (bis mind. 200 %) nutzbar bleiben.
  • Nutzen Sie responsive Designs (Layoutanpassungen über Bootstrap oder tinyMCE Elements). Vermeiden Sie gestalterische Sonderfälle, die die Responsivität Ihres Moodle-Kurses einschränken.
Kontrastwerte
  • Achten Sie bei der Gestaltung von Texten auf ausreichende Kontrastwerte zum Hintergrund.
  • Nutzen Sie klar erkennbare Grafiken mit ausrechenden Kontrastwerten.

Siehe auch Abschnitt Farben und Kontrastwerte

2-Sinne-Prinzip
  • Wichtige Informationen dürfen nicht nur über einen Sinn bzw. einen Wahrnehmungskanal vermittelt werden.
  • Mindestens zwei Zugänge müssen vorhanden sein (typisch: sehen + hören oder sehen + lesen), damit Inhalte auch bei Seh‑/Hör‑/kognitiven Einschränkungen oder situativen Barrieren nutzbar bleiben.

Redaktionell

Eindeutige Bezeichnungen
  • Bennen Sie Interaktionen verständlich (Ziel/Handlung klar).
  • Geben Sie klare Hinweise, welche Aktion erwartet wird.
  • Vergeben Sie sprechende Linktexte.
Vorhersehbarkeit
  • Geben Sie Nutzende klare Hinweise, was ihre Aktion auslösen wird. (Öffnet neuer Tab? Startet ein Download? Wird eine externe Seite geöffnet?).
Kurze, klare Sprache
  • Nutzen Sie eine zielgruppenangepasste einfache Sprache.
  • Halten Sie Textmengen so gering wie möglich.
Fehlertoleranz
  • Geben Sie bei Interaktionen vorab Hinweise zur korrekten Vorgehensweise und vorgegeben Schreibweisen.
  • Platzieren Sie, wenn möglich, Hinweise zu Fehlerquellen nach erfolgter inkorrekter Eingabe oder hinterlegen Sie Hilfestellungen am/im Eingabefeld.
  • Hinterlegen Sie Hinweise zur Navigation, ermöglichen Sie den Abbruch der Interaktion.

Nach: Kim Althoff, Dustin Matzel, Michael Johannfunke und Christin Stormer, Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei (ZAB). Projekt SHUFFLE, Universität Bielefeld. Lizenz: CC BY 4.0