Verlinkungen
| Website: | Einsteiger@Moodle |
| Kurs: | Begleitkurs: Checklisten Barrierefreiheit DA |
| Buch: | Verlinkungen |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Sonntag, 9. August 2026, 09:10 |
1. Redaktionelle Anforderungen
Sprechende Links
Definition
„Sprechende Links“ sind Linktexte, die alleinstehend verständlich sind und klar sagen, wohin der Link führt bzw. was passiert – ohne Kontext aus dem Fließtext.
Warum ist das wichtig?
- Screenreader-Nutzende lassen sich oft nur die Linkliste einer Seite vorlesen: „hier, hier, mehr…“ ist dann wertlos.
- Hilft allen beim Scannen, reduziert Fehlklicks, erhöht Verständlichkeit.
- Unterstützt klare Navigation in Moodle-Kursen und H5P-Aufgaben.
Regeln für gute Linktexte
- Ziel/Mehrwert nennen: Was bekomme ich nach dem Klick? Welche Aktion wird angestoßen?
- Kurz, präzise, eindeutig (meist 2–8 Wörter).
- Handlung + Objekt bei Aktionen: „Quiz starten“, „Abgabe hochladen“.
- Format/Art kennzeichnen, wenn relevant:
- „Prüfungsordnung (PDF)“
- „Literaturliste (DOCX)“
- „Datensatz herunterladen (CSV)“
- Extern/Neuer Tab/Download transparent machen, wenn es passiert:
- „Bibliothek TU Dresden (externer Link)“
- „Video ansehen (öffnet in neuem Tab)“
- Keine reinen URLs als Linktext - diese sind oft lang und schwer zu erfassen. Nur einsetzen, wenn didaktisch notwendig.
- Keine doppelten Linktexte für unterschiedliche Ziele: Z. B. bei mehrere Download-Optionen auf einer Seite statt mehrfach "Download"→ unterscheiden: „Download Folien“, „Download Übungsblatt“.
Nach: Kim Althoff, Dustin Matzel, Michael Johannfunke und Christin Stormer, Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei (ZAB). Projekt SHUFFLE, Universität Bielefeld. Lizenz: CC BY 4.0
2. Technische Anforderungen
Link semantisch als Link definieren
- Option im Editor nutzen (meist Kettensymbol "Link" oder über "Einfügen"). Hier Linktext und Linkziel definieren und bewusst entscheiden, ob das Linkziel in einem neuen Fenster geöffnet werden soll.
- Alternativ Link im Quellcode als solchen definieren: href="[URL]" oder darüber korrekte Auszeichnung überprüfen
Link visuell als Link kennzeichnen
- Kennzeichnen Sie Links nicht nur über Farbe (am besten Blau = Standard) sondern nutzen Sie weitere etablierte Erkennungsmerkmale wie eine Unterstreichung.
- Prüfen Sie die Darstellung von Links in Ihrem Moodle-Kurs und passen Sie die globalen Vorgaben an (bzw. bitten Sie Ihren Moodle-Admin darum).
- Icons können als zusätzliche Kennzeichnung der zu erwartenden Aktion eingesetzt werden.
Wichtige Hinweise: Icons
- 2-Sinne-Prinzip: Icons nur als zusätzliche Kennzeichnung einsetzen (immer in Verbindung mit Text).
- Konsistenz: Auf ein konsistentes Muster im Kurs achten (immer gleiches Icon für gleiche Linkart (PDF, extern, Mail, Video).
- Alternativtext/ARIA:
- Wenn das Icon nur dekorativ ist: für Screenreader ausblenden (leerer Alt-Text bzw.
aria-hidden="true"). - Wenn das Icon zusätzliche Info trägt (z. B. „öffnet extern“): diese Info muss auch als Text vorhanden sein – dann kann das Icon dekorativ bleiben.
- Wenn das Icon nur dekorativ ist: für Screenreader ausblenden (leerer Alt-Text bzw.
- Verständlichkeit: Nicht jedes Icon ist selbsterklärend (z. B. „Pfeil aus Kasten“ für extern). Im Zweifel Text bevorzugen oder zumindest Icon-Bedeutung zu Beginn des Kurses einführen.
- Abstände/Klickfläche: Icon nicht so platzieren, dass es wie ein eigener Link wirkt.
Platzierung und Abstände
- Achten Sie auf ausreichend Klick-/Touchfläche, damit Links gut getroffen werden (insbesondere bei der Verwendung der Touchfunktion).
- Ordnen Sie mehrere, aufeinanderfolgende Links am besten als Linkliste (als Aufzählung definieren) an. So erhalten Sie automatisch eine passenderen Zeilenabstand.
Weiterführende Informationen
- Gestaltung von Links nach Barrierefreie Informationstechnik Verordnung” (BITV 2.0) | Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (externer Link)
- Checkliste zu Links | Landesfachstelle für Barrierefreiheit Sachsen-Anhalt (externer Link)
Nach: Kim Althoff, Dustin Matzel, Michael Johannfunke und Christin Stormer, Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei (ZAB). Projekt SHUFFLE, Universität Bielefeld. Lizenz: CC BY 4.0