Finale
| Website: | Einsteiger@Moodle |
| Kurs: | Lernen in der digitalen Welt - 5. Klasse 2. Halbjahr |
| Buch: | Finale |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Montag, 23. März 2026, 12:54 |

Etwas umständlich und mit vielen „Auas“ bugsieren Mia und Murphy die beiden Verletzten in Rollstühlen zum Vereinshaus. Außer Atem warten sie hinter dem Haus. Mia kichert leise: „Es war fast zu einfach, unsere Zeitung zu verlieren!“
Und dann - stürmt Herr Pohl heraus und telefoniert mit leiser Stimme.
„Hast Du sie aus den Augen gelassen? Du solltest doch genau aufpassen… Ich bin gleich bei Dir!“
Er biegt um die Ecke zum Geräteraum.
Die Vier folgen ihm leise.
Plötzlich öffnet sich die Tür.
Ein Federchen segelt heraus. Dann noch eins.
Ein Krächzen ertönt.
„LORELEI!“
Mia stürzt hinein – und tatsächlich:
Auf einem umgestürzten Karton sitzt die Kakadu-Dame Lorelei, quicklebendig, leicht beleidigt, aber wohlauf.
Neben ihr – ganz blass im Gesicht – stehen Herr Pohl und Günni, der Fußballtrainer. Murphy starrt Herrn Pohl an.
„Sie haben sie tatsächlich versteckt?! Aber warum denn?“
Herr Pohl seufzt, wischt sich mit einem Taschentuch die Stirn.
„Ich wollte ihr kein Leid antun, wirklich nicht! Aber … sie plappert einfach alles nach, was sie hört. Und Frau Blitz, die Reporterin – war schon viel zu neugierig.
Wir haben eine Einladung zu einem großen Turnier in Spanien bekommen! Für unseren kleinen Verein ist das eine riesige Sache – aber die Kinder sollten erst nach der Ausstellungseröffnung davon erfahren. Lorelei hat meine Freude gehört und plappert jetzt ständig: „Ola, Spanien! Wir fahren zum Cup!“ Wenn das vorher rauskommt, ist die Überraschung weg. Und Lena Blitz, die Reporterin, würde sofort eine große Story daraus machen. Und die Eltern wissen ja auch noch nicht Bescheid.
Pixi hebt die Augenbrauen.
„Also haben Sie Lorelei versteckt, weil sie alles ausplaudert?“
Herr Pohl nickt beschämt. Lorelei flattert in diesem Moment auf den Tisch, neigt den Kopf, plappert fröhlich „Ola, Spanien! Wir fahren zum Cup!“ und zupft an der Jackentasche von Herrn Pohl, aus der ihre Lieblingskerne rieseln. Alle prusten vor Lachen.
Murphy trägt Lorelei vorsichtig zurück in ihren Käfig.
Pixi grinst:
„Ich hab’s! Wir bringen ihr einfach einen neuen Satz bei. Wie wäre es mit: ‚Lorelei – Glück herbei! ‘ Den wiederholen wir jetzt so oft, bis sie den alten Satz nicht mehr nachplappert. Mit ein paar kleinen Tricks und Belohnungen – ihren Lieblings-Distelsamen, Spielpausen, Streicheleinheiten – das kennt sie schon von früher. So kriegen wir sie dazu, den neuen Satz zu behalten, und die Überraschung bleibt gerettet.“
Herr Pohl atmet erleichtert auf.
„Und die Frau Blitz?“ fragt Mia.
Pixi zwinkert:
„Keine Sorge. Wir geben ihr währenddessen die Aussicht auf eine Exklusiv-Story nach der Ausstellung. So schnüffelt sie nicht vorher herum.“
In den folgenden Stunden üben sie geduldig: Jedes Mal, wenn Lorelei den Satz zu früh plappert, gibt es eine kleine Pause, ein Leckerli oder ein Spiel – bis sie lernt, nur noch auf das richtige Signal zu reagieren.


Am nächsten Morgen wimmelt das Stadtmuseum vor Fans, Kindern, Reporterin und neugierigen Gästen. Loreleis Käfig ist wie eine kleine Bühne in Szene gesetzt.
„Gleich ist es soweit!“ bibbert Mia. Murphy nickt.
„Sie singt gleich. Ich … hoffe jedenfalls, dass sie singt. Und Lena Blitz spielt mit.“
Die ersten Töne der Vereinshymne erklingen. Lorelei richtet sich auf, streckt die Flügel und legt los – klar, laut und ein bisschen schief, aber wunderschön. Das Publikum bricht in Applaus aus. Einige Fans wischen sich sogar die Augen.
Homms, Pixi, Mia und Murphy stehen etwas abseits und werfen Lena Blitz verschwörerische Blicke zu. Lena Blitz nickt verschmitzt und startet dann eine laute Interviewattacke auf den Museumdirektor, sodass alle Aufmerksamkeit auf sie gelenkt wird.
Herr Pohl seufzt leise und lächelt.


Sonderausgabe – Blitzreport
Von Lena Blitz
Was für eine Woche für den FC Federleicht! Beim letzten Qualifikationsspiel zeigte das Team nicht nur Kondition, sondern auch beeindruckenden Zusammenhalt. Zur Siegerehrung betraten zwei Fußballlegenden den Rasen: Jogi Schmöw und Uli Böhnfress lobten das Team für Ausdauer, Mut und Fairness: „Noch nie hatten wir so viele Spielzüge, die alle miteinander geplant waren.“
Der Jubel nahm kein Ende, als die Siegermannschaft des Finalspiels erfuhr, dass sie die einmalige Chance auf ein besonderes Turnier in Spanien erhält.
Lorelei, das berühmte Vereinsmaskottchen, sorgte zusätzlich für Aufsehen. Auf dem Torwartpfosten sitzend, kommentierte sie lautstark das Spiel: „Na los doch! Pass! Pass! Pass doch!“ Zwischen-durch krakelte sie immer wieder: „Lorelei – Glück herbei!“
Vereinspräsident Pohl sagte stolz: „Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern darum, dass wir als Team stärker werden.“
Dank der Einladung darf ich das Team exklusiv nach Spanien begleiten. Liebe Leserinnen und Leser, von dort können Sie weiterhin meinen gewohnt kompromisslosen Sportjournalismus verfolgen – diesmal hautnah vom FC Federleicht. In diesem Verein steckt nicht nur Talent, sondern auch Herz.




