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  • Thema: Erdbegleiter

    Teil A – Textverständnis und Sprachuntersuchung

    Lesen Sie das Material A1 und Material A2
    Lösen Sie anschließend die Aufgaben.



    • Material A1


      Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832):
      Dem aufgehenden Vollmonde (Dornburg, 25. August 1828
      1)

              Willst du mich sogleich verlassen?
              Warst im Augenblick so nah!
              Dich umfinstern Wolkenmassen,
              Und nun bist du gar nicht da.

        5    Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
              Blickt dein Rand herauf als Stern!
              Zeugest mir, dass ich geliebt bin,
              Sei das Liebchen noch so fern.

              So hinan denn! hell und heller,
      10    Reiner Bahn, in voller Pracht!
              Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
              Überselig ist die Nacht.


      Trunz, Erich (Hrsg.): Goethe. Gedichte. München: C. H. Beck 1981, S. 391 (orthografisch angepasst).
      1 reuig: Das Adjektiv zu „Reue“ drückt Schuldbewusstsein aus.

    • Material A2


      Rudolf Baumbach (1840 – 1905):
      Der Mond (1885)

              Guten Abend, du Rundgesicht,
              Hüter der weidenden Sterne,
              Nächtlicher Langfinger Arbeitslicht,
              Heimlicher Liebe Laterne! 
        5    Hast mir so oft zum Stelldichein
              Still und verschwiegen geleuchtet,
              Sahest mit himmlischer Milde drein,
              Wenn ich dir reuig2 gebeichtet.
              Habe an dir in Gram3 und Leid 
      10    Stets einen Tröster gefunden,
              Oft auch bist du zur rechten Zeit
              Hinter den Wolken verschwunden.
              Gälte ich etwas bei dem, der thront
              Über den rollenden Welten,
      15    Wollt’ ich dir gern, du treuer Mond,
              All deine Dienste vergelten.
              Über den Mond ein Lächeln ging,
              Leise hat’s mir geklungen:
              Willst du mir danken, o Dichterling,
      20    Lasse mich unbesungen.

              Baumbach, Rudolf: Lieder eines fahrenden Gesellen. Leipzig: A. G. Liebeskind 1885, S. 20 f.
              (orthografisch angepasst).


      1 Über eine Liebesbeziehung des Autors ist bekannt, dass sich die Liebenden beim Abschied versprachen,
         bei Vollmond aneinander zu denken. Er sandte ihr später das Gedicht zu.
      2 reuig: Das Adjektiv zu „Reue“ drückt Schuldbewusstsein aus.
      3 Gram: Dies ist ein poetischer Ausdruck für Kummer, Traurigkeit.