Das Harvest-Fischfang-Spiel (oft als „Fishbanks“/„Fischfang-Simulation“ genutzt) hat sehr viel mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu tun, weil es zentrale Nachhaltigkeitsprobleme erfahrbar macht: Man erlebt am eigenen Handeln, wie leicht gemeinsame Ressourcen übernutzt werden – selbst wenn niemand „böse“ handeln will.
1) Kernthema: „Tragödie der Allmende“ (Gemeingüter) Fischbestände sind ein Gemeingut. Im Spiel zeigt sich typischerweise:
Wenn alle möglichst viel fangen, kippt der Bestand.
Kurzfristiger Gewinn führt zu langfristigem Verlust für alle. Das ist ein klassisches BNE-Thema: Ressourcennutzung innerhalb ökologischer Grenzen.
2) Systemdenken und Rückkopplungen BNE fördert systemisches Denken.
Bestandsdynamik (Regeneration vs. Entnahme)
Zeitverzögerungen (Überfischung wird oft erst später spürbar)
Kipp-Punkte (ab einem Punkt erholt sich der Bestand kaum) So lernen Teilnehmende, dass Nachhaltigkeit nicht linear ist.
3) Zielkonflikte: Ökologie – Ökonomie – Soziales
Im Spiel entstehen typische Nachhaltigkeitsdilemmata:
Einkommen/Arbeitsplätze vs. Schutz des Ökosystems
Wettbewerb vs. Kooperation
Gerechtigkeit zwischen Akteuren (kleine vs. große Flotten) und Generationen BNE thematisiert genau diese Abwägungen und Perspektiven.
4) Kooperation, Regeln und Governance Ein BNE-Kern ist die Frage: Wie organisieren wir gemeinsames Handeln? Im Spiel wird deutlich, dass nachhaltige Nutzung oft braucht:
Absprachen/Vertrauen
Regeln (Quoten, Schonzeiten, Schutzgebiete)
Kontrolle/Sanktionen
gemeinsame Datenbasis (Monitoring) Das verbindet zur politischen Bildung und zu globalen Nachhaltigkeitszielen.
Handlungskompetenz (Strategien entwickeln und anpassen)
6) Bezug zu den SDGs (Agenda 2030)
direkter Bezug zu SDG 14: Leben unter Wasser (Überfischung, Schutz mariner Ressourcen)
indirekte Bezüge:
SDG 12 (nachhaltige Produktion/Konsum)
SDG 13 (Klimawandel beeinflusst Bestände)
SDG 8 (Arbeit/Wachstum vs. Nachhaltigkeit)
Dieser Selbstlernkurs entstand im Rahmen der Länderinitiative Netzwerk Öko-Schulen Sachsen-Anhalt (NOeST) in Zusammenarbeit mit der Digitalassistenz Sachsen-Anhalt.
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