In Bezug auf SDG 10 ist die Weltgemeinschaft nur bei etwa zehn Prozent der Zielvorgaben auf einem guten Weg. Bei etwa 80 Prozent der gesetzten Ziele sind entweder keine oder zu wenig Fortschritte zu verzeichnen. Um SDG 10 zu verwirklichen, braucht es verstärkte Anstrengungen, um die Ursachen für Lohnunterschiede und den ungleichen Zugang zu Ressourcen zu bekämpfen.
Vor der Corona-Pandemie stiegen die Einkommen der unteren 40 Prozent der Bevölkerung in den meisten Ländern schneller als der nationale Durchschnitt. Die Auswirkungen der Pandemie und die ungleiche wirtschaftliche Erholung in den verschiedenen Weltregionen drohen, diesen Trend umzukehren und die globale Ungleichheit weiter zu verschärfen.
Pandemiebedingte Störungen im Bildungsbereich und die unverhältnismäßig starken Corona-Auswirkungen auf ärmere Haushalte könnten Einkommensungleichheiten innerhalb der Länder verfestigen. Die hohe Inflation und eine steigende Staatsverschuldung beeinträchtigen zudem die Fähigkeit zahlreicher Länder, die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen wirksam zu unterstützen.
Auch der Klimawandel und gewaltsame Konflikte sind wichtige Treiber von Ungleichheit, die sich gegenseitig verstärken. Die Zahl der Menschen, die vor Konflikten und wirtschaftlicher Not fliehen mussten, ist auf einen Rekordwert gestiegen: Mitte 2022 war einer von 251 Menschen weltweit ein Flüchtling – das ist der höchste jemals dokumentierte Wert.