IDEE / PROJEKTBESCHREIBUNG: ... und das alles nur, weil wir hier in Chosica fast immer 27 °C haben...

Um den Eiweißbedarf für eine gesunde Ernährung kostengünstig in ariden Gebieten mit großer Wasserknappheit zu decken, wird eine modifizierte Containerlösung des Leibnitz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Berlin) auf dem Schulgelände installiert. Dies ermöglicht es, gesundes Gemüse (Tomaten) und Fisch (Tilapia) in einem geschlossenen Kreislaufsystem (Aquaponik) wassersparend und fast emissionsfrei zu produzieren. Dabei werden die giftigen Ausscheidungen der Fische (Ammonium), die bei herkömmlicher Produktionsweise die Gewässer belasten, über ein Biofiltersystem durch Bakterien in wertvollen Dünger (Nitrate) für die Tomaten umgewandelt. Außerdem wird ausgenutzt, dass beide Arten ähnliche Umweltansprüche für ihr Wachstum haben (27 °C). Da am Schulstandort fast ganzjährig diese Bedingungen herrschen, ist dieses Projekt besonders gut geeignet, da die Heizkosten entfallen. Die für den Pumpenbetrieb notwendige Energie soll über ein Solarmodul erzeugt werden, da fast ganzjährig kontinuierlich die Sonne scheint.

In der ersten Phase geht es darum, die Schüler für das Vorhaben zu motivieren und zu sensibilisieren, eine kontinuierliche Fisch- und Tomatenproduktion zu erreichen, aber auch gesicherte Erfahrungen bei der Produktion zu sammeln und das wirtschaftliche Risiko dabei zu minimieren. Deshalb erfolgt dies zunächst im kleinen Maßstab mit einem geringeren Ertrag, um Daten und Erfahrungen mit diesem ökonomisch und technologisch überschaubaren System zu gewinnen – bei selbstständiger Mitarbeit der Schüler in den Bereichen Ökonomie, Biochemie und Ökologie.

Die wirtschaftliche Nutzung erfolgt hier durch die Schulspeisung bzw. den Verkauf des Frischfisches und der Tomaten.

Parallel soll eine kleine, aber ökonomisch zu bewirtschaftende Anlage für den ländlichen Raum mit landesüblichen, erschwinglichen Bauteilen mit erwirtschaftet und entwickelt werden.

Ab der zweiten Phase geht es darum, eine ökonomisch an die Landesbedingungen angepasste Aquaponik-Lösung in ländlichen Gebieten mit Eiweiß-Unterversorgung zu implementieren. Die Schüler lernen bei der Versorgung ihres „Patendorfs“ - ausgehend vom Bedarf (Marktanalyse) - wirtschaftliche Grundfunktionen wie Beschaffung, Produktion und Absatz konzeptionell, aber auch praktisch umzusetzen.

Hierbei verbinden sie ökonomische, biochemische, ökologische und soziale Kompetenzen mit dem Ziel, in ihrer Region nachhaltig zu wirtschaften mit Blick auf zukunftsfähige Konzepte gesunder Ernährung, die sich jeder leisten kann.

Die Schüler übernehmen damit auch Verantwortung für die Verbesserung der Ernährungssituation der ländlichen Bevölkerung bei gleichzeitiger Schonung der knappen Wasserressourcen im Großraum Lima.

Zuletzt geändert: Montag, 27. Mai 2013, 22:25